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Gründung und Wachstum

Gründungsfinanzierung

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn rund 388.000 Existenzen gegründet. Hinter dieser Zahl verbirgt sich ein breites Spektrum von Gründungsarten und -situationen, die jeweils mit spezifischen Herausforderungen verbunden sind.

Gefördert werden grundsätzlich alle Arten von Gründungen - sei es die Errichtung, der Erwerb oder die Übernahme eines Unternehmens. Auch die tätige Beteiligung an einem bestehenden Unternehmen wird unterstützt. Nebenerwerbsgründungen können gefördert werden, wenn sie mittelfristig auf einen Haupterwerb abzielen. Auch wiederholte Gründungen ( sog. "2. Chance") sind förderfähig, sofern keine Verbindlichkeiten aus der ersten Gründung mehr bestehen und ein überzeugender Geschäftsplan vorgelegt wird.

Je nach Gründungsart und Finanzbedarf bieten Bund und Länder spezifische Förderangebote:

  • Kleinst- und Kleingründungen: Ein großer Teil der Gründungen erfolgt mit einem geringen Kapitaleinsatz. Für Kleinst- und Kleingründungen gibt es besondere Förderangebote, u.a. der ERP-Gründerkredit - StartGeld für Investitionsvorhaben bis 100.000 Euro, Darlehen der Landesförderbanken oder Kleinstkredite von Microlending-Initiativen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mikrofinanz Instituts (DMI).
  • Größere und damit kapitalintensivere Gründungsvorhaben können u.a. über Nachrangdarlehen aus dem ERP-Kapital für Gründung sowie Darlehen aus dem ERP-Gründerkredit - Universell finanziert werden. Dabei ist in vielen Fällen auch eine Kombination verschiedener Förderprogramme möglich. 
  • Förderdarlehen sowie Hausbankdarlehen für Existenzgründer können durch Bürgschaften abgesichert werden. Ausfallbürgschaften bis zu einer Höhe von 1,25 Mio. Euro werden von den Bürgschaftsbanken in den Bundesländern zur Verfügung gestellt. Verbürgt werden bis zu 80% des zu besichernden Kreditbedarfs. Die Programmvariante "Bürgschaft ohne Bank" ermöglicht es Interessenten, Anträge direkt bei der Bürgschaftsbank zu stellen. Die Zusage der Bürgschaftsbank erleichtert die anschließenden Verhandlungen mit der Hausbank.
  • Für technologieintensive Gründungen, die in der Regel mit einem besonders hohen Kapitaleinsatz und beträchtlichen Risiken verbunden sind, stehen Beteiligungsprogramme zur Verfügung. So stellt der Bund Wagniskapital für Gründungen bzw. junge Unternehmen im Rahmen des High-Tech-Gründerfonds, des Co-Investitionsfonds Coparion und des ERP/EIF-Dachfonds (für Investitionen in Venture Capital-Fonds) zur Verfügung. Mit dem Investitionszuschuss Wagniskapital fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie private Investoren (insbesondere Business Angels), die Gesellschaftsanteile an jungen, innovativen Unternehmen erwerben.
  • Existenzgründungen aus Hochschulen oder Forschungseinrichtungen werden im Rahmen der Programmfamilie EXIST durch Gründerstipendien sowie bei technisch besonders anspruchsvollen Gründungsvorhaben durch Zuschüsse (EXIST-Forschungstransfer) unterstützt.
  • Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig macht, kann den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Existenzgründer, die Arbeitslosengeld II beziehen, können unter bestimmten Voraussetzungen ein Einstiegsgeld erhalten.