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Finanzplanung

Rechner und Chart
© istock.com

Liquiditätsplan

Ist Ihr Unternehmen in der Lage, die laufenden Rechnungen für Versicherungen, Steuerzahlungen oder Miete in den nächsten zwölf Monaten zu bezahlen? Können Sie notwendige Investitionen (anteilig) aus eigenen Mitteln finanzieren? Von den Antworten auf diese Fragen hängt das Fortbestehen Ihres Unternehmens ab.

Liquiditätsplanung muss sein

Eine sorgfältige und fortlaufende Liquiditätsplanung ist für jeden Unternehmer ein absolutes "Muss". Sie umfasst die folgenden zwölf Monate. Anders als bei der Buchführung, in der Sie nur die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben festhalten, müssen Sie bei der Liquiditätsplanung Ihre geplanten und zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen. Diese sollten Sie nach den Rubriken (Konten) erfassen, die Sie auch für Ihre Buchführung nutzen (z.B. Warenverkäufe, Personalkosten, Bürokosten usw.).

Aus der Differenz der voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben ergibt sich der monatliche Überschuss (Überdeckung), den Sie zur Verfügung haben, um Ihre Rechnungen zu bezahlen. Womöglich stellt sich auch ein Fehlbetrag (Unterdeckung) heraus, den Sie schnellstmöglich beheben sollten.

Übrigens: Ein Großteil aller Insolvenzen von jungen Unternehmen in den kritischen ersten fünf Jahren geht auf Liquiditätsschwierigkeiten zurück. Der Grund dafür ist zumeist, dass die jungen Unternehmer den Kapitalbedarf für Wareneinkäufe und Forderungen in der Gründungsphase zu niedrig einschätzen.

Überlegen Sie:

  • Welche fixen Kosten fallen an (z.B. Miete, Personal)?
  • Wann fallen Zinszahlungen und Tilgung für Kredite an?
  • Bis wann müssen Sie Verbindlichkeiten bei Lieferanten beglichen haben?
  • Wann werden Ihre Kunden (voraussichtlich) welche Rechnungen bezahlen?
  • Welchen Umfang hat Ihr Kontokorrentkredit bei Ihrer Bank?
  • Welche weiteren Kreditspielräume stehen Ihnen zur Verfügung?
  • Welche eigenen Reserven können Sie einbringen, wenn das Geld knapp wird?

Die für die Liquiditätsplanung erforderlichen Zahlen finden Sie:

  • auf dem Girokonto (Höhe Ihres möglichen Überziehungskredits bzw. Kontokorrentkredits),
  • bei den offenen Forderungen, also noch nicht bezahlten Rechnungen Ihrer Kunden,
  • bei den offenen Verbindlichkeiten, also Ihren noch nicht bezahlten Rechnungen Ihrer Lieferanten,
  • bei den Arbeitsverträgen, Mietverträgen, Kreditverträgen, Leasingverträgen (Ihre fixen Kosten).

Mögliche Hilfen bei drohender Unterdeckung:

  • Kunden kein zu langes Zahlungsziel einräumen,
  • Skonto bei schneller Bezahlung anbieten,
  • Anzahlungen oder Teilzahlung vereinbaren,
  • Forderungsmanagement verbessern (z.B. mit Inkassounternehmen),
  • Kontokorrentkredite bei Ihrem Kreditinstitut nur kurzfristig und nicht für langfristige Investitionen ausnutzen,
  • Ausgaben/Zahlungen nach Absprache mit den Lieferanten verschieben,
  • "frisches" Beteiligungskapital besorgen,
  • Abtretung der Forderung an Ihr Kredit- bzw. Finanzierungsinstitut,
  • Teile des Unternehmensvermögens verkaufen.

Bedenken Sie: Ohne die Hilfe der Hausbank ist eine Liquiditätskrise normalerweise nicht zu bewältigen!

Liquiditätsreserve

Sorgen Sie dafür, dass Sie jederzeit über eine "eiserne" Reserve verfügen können. Diese eigenen flüssigen Mittel sind, zusammen mit Ihrer Kreditlinie bei der Bank, Ihre Liquiditätsreserve. Faustregel: Die Liquiditätsreserve muss für drei Monate ausreichen.