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12.4.2019

Finanzierungsvolumen 2018 kräftig gestiegen

Berlin

Die Investitionsbank Berlin (IBB) blickt auf ein starkes Jahr 2018 zurück. Die Finanzierungszusagen im Fördergeschäft erreichten insgesamt 1.484 (Vorjahr: 1.241) Mio. Euro und lagen damit um rund 20% höher als 2017. Davon entfielen mit 411,1 Mio. Euro rund 28% auf die Wirtschaftsförderung und mit 1073,2 Mio. Euro gut 72% auf die Immobilien- und Stadtentwicklung. Beide Geschäftsfelder verzeichneten damit einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Zusagen in der Wirtschaftsförderung 40% über Vorjahr

In der Wirtschaftsförderung erzielten die Finanzierungszusagen ein Volumen von 411,1 (294,2) Mio. Euro und erhöhten sich damit um 40% gegenüber dem Vorjahr. Damit verbuchte die IBB das größte Finanzierungsvolumen im Rahmen der Förderprogramme seit der Verselbstständigung der Bank im Jahr 2004 und erreichte bei einer Vielzahl von Programmen Spitzenwerte bei Stückzahlen und Bewilligungsvolumen. Besonders hohe Zuwächse verzeichneten die großvolumigen Programme für die Infrastruktur- bzw. Investitionsförderung ("Berlin Infra" (+ 45,6 Mio. Euro), "IBB-Wachstumsprogramm" (+ 35,1 Mio. Euro), "GRW" (+ 10,2 Mio. Euro)), aber auch das Gründungsprogramm "Berlin Start" (+ 9,6 Mio. Euro), bei dem sich das Finanzierungsvolumen nahezu verdoppelt hat.

Rechnet man die Beteiligungen der IBB-Beteiligungsgesellschaft (16,9 Mio. Euro) und die Zuschüsse der IBB Business Team GmbH (6,2 Mio. Euro) hinzu, kommt man insgesamt auf ein Finanzierungsvolumen der IBB-Gruppe in Höhe von gut 434 Mio. Euro.

Gründungsanteil an den Finanzierungszusagen leicht gestiegen

Von den 1.047 Finanzierungszusagen im Rahmen der IBB-Förderprogramme entfielen 416 auf Gründungsvorhaben. Deren Anteil ist damit gegenüber dem Vorjahr moderat von 37,2% auf 39,7% gestiegen. Da Gründungsvorhaben oft einen relativ geringen Finanzierungsbedarf aufweisen, dem oft schon mit Mikrokrediten (bis 25.000 Euro) entsprochen werden kann, ist der Gründungsanteil am gesamten Finanzierungsvolumen mit 16,4% (Vorjahr: 13,7%) deutlich geringer.

WELMO-Programm für wirtschaftsnahe Elektromobilität mit Blitzstart

Im September 2018 hat die IBB über die IBB Business Team GmbH das Programm zur Förderung wirtschaftsnaher Elektromobilität an den Markt gebracht. Die Nachfrage ist sehr hoch. Noch im vierten Quartal 2018 konnten für 254 Anträge rund 1,2 Mio. Euro an Zuschüssen bewilligt werden.

Im Rahmen des WELMO-Programmes erhalten Selbstständige sowie Kleine- und mittlere Unternehmen (KMU) Zuschüsse für die Beschaffung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen und Ladeinfrastrukturen. Diese betragen bis zu 4.000 Euro für einen Pkw und bis zu 8.000 Euro für Nutzfahrzeuge. Im Falle einer Ladeinfrastruktur können die Zuschüsse bis zu 50% der Gesamtkosten bzw. 55.000 Euro betragen. Das Programm ist kombinierbar mit dem Umweltbonus über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und beinhaltet auch Beratungsleistungen für gewerbliche, gemeinnützige oder freiberufliche Antragsteller.

GründungsBONUS unterstützt die ersten Schritte in die Selbstständigkeit

Mit 60 Zuschüssen über 3,3 Mio. Euro hatte auch das ebenfalls im Herbst gestartete Programm GründungsBONUS einen sehr guten Start. Das Programm wird von der IBB Business Team GmbH durchgeführt. Es unterstützt Gründungsvorhaben innerhalb des ersten Jahres nach Gründung mit Zuschüssen bis zu 50% bzw. 50.000 Euro auf die Kosten für Investitionen, Betriebsmittel und Personal.

Neugeschäft verhilft Immobilienförderung zu Rekordergebnis

Auch der Bereich Immobilien- und Stadtentwicklung entwickelte sich erneut erfreulich. Hier stiegen die Finanzierungszusagen um gut 13% von 946,7 Mio. Euro auf den neuen Rekordwert von 1.073,2 Mio. Euro. Grundlage für diese Steigerung war ein sehr lebhaftes Neugeschäft, das mit rund 18% (auf 962,1 Mio. Euro) überdurchschnittlich wuchs, während das Bestandsgeschäft geringfügig unter dem Vorjahreswert blieb.

Zu dem starken Anstieg des Finanzierungsvolumens um rund 127 Mio. Euro trugen vor allem die Förderergänzungsdarlehen (+ 94, 2 Mio. Euro), die Neubauförderung (+ 37,5 Mio. Euro) und "Berlin Infra" (+ 32,2 Mio. Euro) bei, aber auch die Förderung von Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen hat unter dem Strich um 6,3 Mio. Euro zugelegt.

Förderzusagen beim IBB Wohnungsneubaufonds nehmen weiter zu

Um das Angebot an preisgünstigem Wohnraum zu erhöhen, ist das Land Berlin über den IBB Wohnungsneubaufonds im Jahr 2014 wieder in die Wohnungsbauförderung eingestiegen, nachdem seit Ende der neunziger Jahre wegen der gegebenen Marktverhältnisse keine Förderung erforderlich war. Seither ist die Förderung der preisgebundenen Wohnungen kontinuierlich von 197 Wohneinheiten (WE) im Jahr 2014 auf 3.373 WE im Jahr 2018 gestiegen. Durch die Bereitstellung landeseigener Grundstücke konnte für weitere 216 WE eine Mietpreis- und Belegungsbindung vereinbart werden. Im Zusammenhang mit diesen preisgebundenen Wohnungen entstehen auch freifinanzierte Wohnungen ohne Miet- und Einkommensbindung. Seit 2014 wurden so knapp 24.000 Wohnungen bewilligt, von denen rund 10.000 auf gebundene und knapp 14.000 auf freifinanzierte WE entfallen.

Förderung schafft Arbeitsplätze und steigert die Wertschöpfung in Berlin

Die IBB Wirtschaftsförderung zielt in erster Linie darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Unternehmen zu stärken, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Doch auch die Immobilienförderung hat Auswirkungen auf Beschäftigung und Wachstum. Nach Berechnungen der IBB-Volkswirte war die Förderbank gemeinsam mit ihren Finanzierungspartnern insgesamt an der Finanzierung eines Investitionsvolumens in Höhe von 4,9 Mrd. Euro beteiligt, von denen rund 3,4 Mrd. Euro in neue Maschinen und Betriebsausstattungen sowie in den Neu- und Ausbau bzw. die Sanierung von Wohnungen oder Gewerbeimmobilien in Berlin investiert wurden. Damit entfallen insgesamt 12% der in Berlin getätigten privatwirtschaftlichen Investitionen auf Projekte, die von der IBB und ihren Partnern begleitet und finanziert wurden.

Mit diesen IBB-Investitionen ist nach Auskunft der geförderten Unternehmen zudem die Schaffung von 4.350 Arbeitsplätzen und der Erhalt von 8.150 Arbeitsplätzen verbunden. Unter dem Strich dürften die durch die IBB angeschobenen Investitionen sowie die neu geschaffenen Arbeitsplätze zu einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 4 Mrd. Euro führen.

Jahresüberschuss auf 18,3 Mio. Euro gestiegen

Das Geschäftsjahr 2018 verlief für die IBB sehr zufriedenstellend. Das operative Ergebnis lag mit 139,1 Mio. Euro um rund 6% über dem Vorjahreswert (131,3 Mio. Euro) und das wirtschaftliche Ergebnis nach einer deutlich ausgebauten Risikovorsorge (+ 8,2 Mio. Euro) mit 38,3 Mio. Euro geringfügig darunter (- 2,8%). Nach Erbringung eines Berlin-Beitrags in Höhe von 20 Mio. Euro lag der Jahresüberschuss bei 18,3 Mio. Euro (Vorjahr: 10,6 Mio. Euro).

Quelle: Pressemitteilung der Investitionsbank Berlin (IBB) vom 10. April 2019